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Fußballhistorie

Fußballgeschichte

Über das Ballspielen mit dem Fuß gibt es verschiedene Überlieferungen. Die Ältesten stammen aus dem China des 2. Jahrtausend v. Chr., wo ein Spiel mit dem Namen Ts´uh-kueh verbreitet war, das zunächst vor allem bei der Ausbildung der Soldaten verwendet wurde und später auch im Volk Aufnahme fand. Ziel war es, einen kleinen Lederball genau in die Mitte von einem Steinkreis zu schießen. Es war eine sehr einfache Variante des Spiels. Auch in Amerika wurde ein ähnliches Spiel gespielt. Aus dem Kulturkreis des antiken Griechenland sind Abbildungen von Ballspielen auf Reliefs und Vasen erhalten, vornehmlich aus Sparta, wo die Körperertüchtigung einen hohen Stellenwert hatte. Bei den Mayas und Azteken in Mittelamerika gab es ein kultisches Steißballspiel, das in mancher Hinsicht mit dem Fußball verglichen werden kann. Im Mittelalter waren in Italien, Frankreich und England mit dem Treibballspiel verwandte Kampfspiele verbreitet. Dabei versuchten die gegnerischen Mannschaften (oft die Bewohner ganzer Ortschaften), einen Ball durch das gegnerische Dorf- oder Stadttor zu treiben, wobei der Ball auch getragen werden durfte. Aus diesen Wettbewerben entwickelten sich Vorformen des heutigen Fußballspiels. Mitte des 19. Jahrhunderts gab es in England verschiedene fußballähnliche Ballspiele, die sich dahingehend unterschieden, ob die Spieler den Ball auch mit der Hand spielen und berühren durften. Daraus entstanden sowohl unser heutiger Fußball als auch Rubgy. Aus der Variante, in der das Benutzen der Hände untersagt war, wurde das Fußballspiel. Auch in der Organisation des Spielbetriebes schritten die Engländer voran. Erste Vereine bildeten sich und 1863 gründeten die Vereine aus Cambridge und London sogar einen Verband, die English Football Association. Um 1880 setzte eine Gründungswelle von Fußballvereinen in Deutschland ein. Dabei gilt der "Bremer Football Club" 1880 als der erste deutsche Fußballverein.
Am 28. Januar 1900 wurde von 86 Vereinen im Leipziger Restaurant "Zum Mariengarten" der Deutsche Fußball-Bund - jetzt DFB- gegründet.
Entstehung Regelwerk
1580:
Ein gewisser Giovanni Bardi veröffentlicht Regeln zu einem Spiel namens "calcio"
1848:
Studenten der Universität Cambridge verfassen das erste Regelwerk. Danach besteht eine Mannschaft aus 15 bis 20 Spielern
1863:
26.Oktober: Gründung der Football Association in London
Entstehung der Abseitsregel
1864:
Vorschriften zur Spielkleidung: Hosen müssen die Knie bedecken und die Mützen mit Quasten versehen sein
1865:
Begrenzung der Tore mit einer Schnur in Höhe von 2,44 m
1866:
Erste Modifizierung der Abseitsregel: Ein Spieler ist nur dann abseits, wenn er bei der Ballannahme weniger als drei Gegner vor sich hat. Im "Sheffield Code" werden Eckball und Freistoß eingeführt.
1870:
Die Football-Association (FA) legt die Mannschaftsstärke auf elf Spieler fest
1871:
Die FA verbietet allen Feldspielern das Handspiel - nur der Torwart darf den Ball in der eigenen Spielhälfte mit der Hand spielen - hat ihn aber nach zwei Schritten wieder freizugeben
1872:
Festlegung einer einheitlichen Ballgrösse
1874:
Schiedsrichter leiten das Spiel
1875:
In Deutschland legte der Braunschweiger Lehrer Konrad Koch (1846-1911) das erste Fußball-Regelwerk fest
Querlatte in 2,44 m Höhe als obere Begrenzung des Tors. Einführung von Halbzeitpause und Seitenwechsel
1876:
Professor Konrad Koch verfasst deutsche Fußballregeln zunächst nur für den Schulfußball. Das Entscheidungsrecht haben die Spielführer
1877:
Gründung der Fußballverbände Großbritanniens zur Erarbeitung eines einheitlichen Regelwerkes. Schiedsrichter darf Platzverweis erteilen. DFB: Der Schiedsrichter wird eingeführt. Er muss sich mit zwei mit Fahnen ausgestatteten Richtern an der Seite verständigen beziehungsweise abstimmen
1880:
Der Freistoß wird als "Strafe" definiert
1882:
Einwurf mit beiden Händen wird erlaubt
1886:
2.Juni: Erstes offizielles Treffen des International Football Association Board (IFAB)
1890:
Einführung der Tornetze
1891:
Einführung des Strafstosses - wurde bis 1902 von einem beliebigen Punkt entlang einer Linie in elf Meter Entfernung vom Tor ausgeführt. Der Schiedsrichter erhält alleinige Entscheidungsbefugnis und zur Unterstützung zwei Linienrichter
1896:
In den "Jenaer Regeln" wird festgelegt, dass in Deutschland die Spielfelder frei von Bäumen und Sträuchern sein müssen. Die Spielzeit wird auf 90 Minuten festgelegt
1897:
Einführung der Begriffe "vorsätzlich" und "absichtlich" zur Abstufung des Strafkatalogs für Foulspiel
1900:
Einheitliche Spielregeln werden durch den DFB-Bundestag angenommen
1902:
Das Spielfeld bekommt Linien: Der in diesem Jahr gefasste Beschluss, für jedes Foul, das innerhalb eines Kastens von 40 Meter Breite und 16,50 Meter Länge Abstand zur Torlinie begangen wurde, einen Strafstoß zu verhängen, sorgte sowohl für die Einführung des Strafraumes als auch des Elfmeterpunktes. Dazu kam noch ein weiterer Kasten, der 5,50 Meter lange und 18,30 Meter breite Torraum oder "Fünfmeterraum" der den bis dahin üblichen halbkreisförmigen Torraum ersetzte
1903:
Dem Torwart wird das Handspiel nur noch im eigenen Strafraum gestattet
1904:
Mai: Gründung der Fédération Internationale de Football Association (FIFA) in Paris. Die FIFA definiert den Begriff "gefährliches Spiel"; führt den direkten Freistoß ein und hebt die Bestimmung auf, wonach die Hosen der Spieler die Knie bedecken müssen (vgl. 1864)
1906:
Neue Regeln verbieten dem Torwart beim Elfmeter die Torlinie zu verlassen; er darf sich aber bewegen um den Schützen zu irritieren. Ferner werden Metalleinlagen in den Fussballschuhen untersagt, der Ball muss aus Leder sein und die Schiedsrichter sind gehalten ein Spielprotokoll anzufertigen. Der DFB lehnt sich auf Verlangen der FIFA an die englischen Spielregeln an
1907:
Das Abseits in der eigenen Spielhälfte wird aufgehoben
1909:
Bestimmungen zum Platzverweis werden festgelegt
1913:
Der "gebührende Abstand" zwischen Schütze und Gegenspielern beim Freistoß wird auf 10 Yards = 9,15 Meter festgelegt. Die FIFA wird Mitglied des International Football Association Board (IFAB). Dem Torwart wird verboten, den Ball ausserhalb des Strafraumes mit der Hand aufzunehmen
1920:
Abseits beim Einwurf wird aufgehoben
1924:
Der Eckball darf direkt in ein Tor verwandelt werden
1925:
Änderung der Abseitsregel: Im Augenblick seiner Ballabgabe müssen sich zwischen dem Spieler und dem Tor mindestens zwei Gegenspieler aufhalten -siehe 1866-
1929: Regeländerung beim Elfmeter: Der Torwart darf sich bis zum Schuss auf der Torlinie nicht mehr bewegen
1937/1938:
"D"-förmige Markierung (Halbkreis) vor dem Strafraum. Die aktuellen Regeln werden in ein neues Kodifikationssystem gefasst, fussen jedoch weiterhin auf den zuvor gütigen Regeln
1939:
Offizielle Einführung der Rückennummern
1963:
Der DFB-Bundestag genehmigt den Austausch des verletzten Torhüters ab der Saison 1964/1965
1965:
In der englischen Liga wird die Auswechselung eines verletzten Spielers während der gesamten Spielzeit gestattet
1966:
Die englische Liga führt ein neues Auswechselsystem ein. Unabhängig von Verletzungen dürfen zwei Spieler während des gesamten Spiels ausgewechselt werden. Diese Regel gilt bald weltweit
1967:
Der Torwart darf den Ball nicht mehr mit der Hand "dribbeln"
1968:
Das Auswechseln von zwei Spielern auch in Wettbewerbsspielen wird gestattet
1970:
Einführung der Gelben Karte.
Einführung der roten Karte
Einwechslung von zwei Ersatzspielern bei der WM erlaubt. Einführung des Elfmeterschießens nach Verlängerung
1974:
Automatische Sperre nach mehreren gelben Karten
1979:
Zur Unterscheidung zwischen einem direkten und einem indirekten Freistoß soll der Schiedsrichter bei einem indirekten Freistoß diesen durch Heben eines Armes anzeigen
1980:
Bei der Ausführung eines Freistoßes aus dem eigenen Strafraum heraus sollen sich alle gegnerischen Spieler mindestens 9,15 m vom Ball entfernt und außerhalb des Strafraumes aufhalten bis der der Ball den Strafraum verlassen hat. Spieler der angreifenden Mannschaft haben sich bei der Ausführung des Abstoßes außerhalb des Strafraumes aufzuhalten und dürfen diesen erst betreten nachdem der Ball den Strafraum verlassen hat
1982:
Die Linienrichter sollen anzeigen wenn der Ball aus dem Spiel ist; welche Mannschaft zum Eckstoß oder Einwurf berechtigt ist oder eine Auswechslung gewünscht wird. Einführung der Vier-Schritte-Regel für den Torwart
1984:
Gelbe Karte für "überschwenglichen Jubel". Ein indirekter Freistoß für die angreifende Mannschaft im gegnerischen Torraum wird auf der Torraumlinie (5-Meter-Raum-Linie), an der Stelle ausgeführt, die der Stelle am nächsten ist, wo der Regelverstoß stattfand
1986:
Der den Strafstoß ausführende Spieler muss eindeutig identifizierbar sein
1987:
Ein Einwurf, der an einer anderen Stelle ausgeführt wird als an jener wo der Ball die Seitenlinie überquerte, gilt als nicht regelkonform ausgeführt - Wechsel des Einwurfrechts an die andere Mannschaft
1988:
Eine Mannschaft soll nicht mehr als zwei Spieler in einem Spiel auswechseln dürfen, die aus höchstens fünf Spieler ausgewählt werden müssen
1990:
"gleiche Höhe" ist nicht mehr abseits. Einführung der "Notbremse" - Ahndung: Rote Karte
1991:
Einführung der gelb-roten Karte als abgestufter Platzverweis
1992:
Der Rückpass zum Torhüter wird verboten. Freistoß im Torraum der verteidigenden Mannschaft bzw. Abstoß kann von einem beliebigen Punkt innerhalb des Torraumes ausgeführt werden
1994:
Auswechselregelung 2 plus 1: Jede Mannschaft darf einen dritten Auswechselspieler einsetzen, der als Ersatztorhüter festgelegt wird und nur gegen den zu Beginn des Spieles agierenden Torwart ausgetauscht werden darf
1995:
Einwechselung von drei Ersatzspielern wird erlaubt - Festlegung entfällt (siehe 1994). Die Halbzeitpause soll 15 Minuten nicht überschreiten. Einführung der passiven Abseitsregel. Beim Strafstoß müssen sich alle Spieler hinter der Strafstoßmarke aufhalten
1996:
"Golden Goal" wird erstmals bei der EM eingeführt
2001:
Einführung der Sechs-Sekunden-Regel und Abschaffung der Vier-Schritte-Regel für den Torwart (vgl. auch 1982)
2002:
Abschaffung der "Golden-Goal-Regel" und Einführung der "Silver-Goal-Regel" durch die UEFA
Für alle Mannschaften, also auch im Jugendbereich ist das Tragen von Schienbeinschützern als Pflicht festgeschrieben. "Begrüßungsritual" sowohl im Erwachsenen- als auch im Jugendbereich ist Pflicht. Vor Spielbeginn soll beim gegenseitigen aneinander Vorbeilaufen abgeklatscht werden (Shake hands wie in der Champions-League bzw. bei der WM 2002)
2004:
28.02. Abschaffung der "Silver-Goal-Regel" durch die FIFA (vgl. 2002)
2005:
01.07.: Verbot für Spieler und Schiedsrichter Schmuck zu tragen
2007:
01.07.: Einführung der technischen Zone in der Bayernliga
2008:
01.07.: Einführung der technischen Zone von der Landesliga bis zur Bezirksliga
2009:
01.07.: Einführung der technischen Zone für alle anderen Herrenspielklassen sowie der Bayernliga und Landesligen im Frauenbereich. Beim Einwurf gibt es keine vorgeschriebene Höchstentfernung mehr zur Seitenlinie. Die Grenze bildet die Umzäunung. Der Spielführer, der die Wahl vor dem Elfmeterschiessen gewinnt, entscheidet, welche Mannschaft mit dem Elfmeterschiessen beginnt
2010:
01.07.: Amtliche FIFA-Regeländerung: Es wurde vom IAB der FIFA als unfair erachtet, dass Spieler desselben Teams nach einem Zusammenprall das Spielfeld zur Behandlung verlassen müssen und ihr Team deshalb in Unterzahl weiterspielen muss. Die verletzten Spieler brauchen also nach der Behandlung das Spielfeld nicht mehr verlassen

Historie des Schiedsrichters
Der Spielführer und der Schiedsrichter im Fußball

Für alle am Fußballspiel beteiligten ist es heute eine Selbstverständlichkeit, dass die Spiele von geprüften neutralen Schiedsrichtern geleitet werden.
Als man Mitte des 19. Jahrhunderts anfing Fußball zu spielen, war es allerdings noch nicht so. In den Anfangsjahren leiteten die Mannschaftsführer beider am Spiel beteiligten Mannschaften das Spiel. Das ging so vor sich, dass der Mannschaftsführer der Mannschaft, deren Spieler gegen die Regel verstieß, das Spiel unterbrach und den Ball für den Stoß durch den Gegner freigab. Man kann wohl sagen, dass solches Tun sportlichen Geist atmete und daher verdient erwähnt zu werden, weil es heute fast verloren gegangen ist. Erst im Jahre 1873, nachdem bereits 10 Jahre Fußball gespielt wurde und 10 Jahre nach den ersten Fußballregeln, ist der Begriff des Schiedsrichters in die Regeln aufgenommen worden. Als dabei der Schiedsrichter und zwei Unterschiedsrichter (Umpires) in den Regeln eingeführt wurden, hatte der Schiedsrichter lediglich die Funktion einer Berufungsinstanz. Er saß als Funktionär am Spielfeldrand. Verstieß ein Spieler gegen die Regeln wurden die Umpires von den Mannschaftsführern angerufen. Nur wenn diese sich nicht einigen konnten, musste der Schiedsrichter entscheiden. Es konnten von da ab nicht mehr die Mannschaftsführer entscheiden; diese Befugnis ging auf die Umpires über. Diese wiederum durften nicht in den Mannschaften spielen. Es stand den Mannschaften aber immer noch frei sich auf einen Schiedsrichter zu einigen, der gewissermaßen Schlichter gegenüber umstrittenen Entscheidungen der Umpires war. Der Schiedsrichter erhielt die Bezeichnung Referee, die international immer noch gilt.
Als dann im Jahre 1880 der Schiedsrichter in das Regelwerk aufgenommen wurde, trug diese Regel die Nr. 15 und lautete:
"Im Einvernehmen, der an den Spielen beteiligten Mannschaften, kann ein Schiedsrichter bestellt werden, dessen Pflicht es sein soll in allen Streitfällen der Umpires zu entscheiden. Er soll sich über den Verlauf des Spieles Aufzeichnungen machen und auch die Zeit nehmen. Bei ungebührlichem Betragen eines Spielers soll er den oder die schuldigen Spieler in Gegenwart der Umpires verwarnen oder und bei grob unsportlichem Betragen vom Spiel ausschließen. Der oder die Namen der schuldigen Spieler sind der zuständigen Behörde zu melden, die allein das Recht hat eine Entscheidung entgegen zu nehmen."
Der Schiedsrichter war immer noch nicht der alleinige Leiter des Spiels, aber schon die entscheidende Stelle bei Unstimmigkeiten. Den Begriff "neutral" kannte die Regel nicht. Jeder Schiedsrichter, auf den sich die Mannschaften einigten, war in seinen Entscheidungen unangreifbar. Im Jahre 1889 wurden die Bestimmungen über die Leitung von Spielen neu gefasst und die Rechte der Umpires und der Schiedsrichter genau umrissen. Die Bestimmungen lauteten:
"Zwei Umpires sind zu bestellen, deren Aufgabe es ist, alle Streitpunkte zu entscheiden, wenn sie dazu aufgerufen werden. Ein Schiedsrichter ist zu bestellen, der alle Streitfälle zwischen den Umpires regelt. Es ist Pflicht des Schiedsrichters in allen Fällen zu entscheiden, in denen die Umpires nicht übereinstimmen oder wenn ein Umpire keine Entscheidung trifft."
Obwohl man dazu nicht verpflichtet war, einigte man sich damals bei entscheidenden Spielen schon auf einen neutralen Schiedsrichter. Die Pflicht, für die Leitung eines Spieles einen Schiedsrichter zu bestimmen, bestand seit dem Jahre 1882, weil sich die Unstimmigkeiten mehr und mehr häuften.
Den Schiedsrichter als alleinigen Leiter eines Spieles gibt es seit dem Jahre 1890.
Im Jahre 1891 wurden die Umpires abgeschafft und an ihrer Stelle traten die Linienrichter. Die Stellung des Schiedsrichters wurde dadurch aufgewertet. Für die Linienrichter wurde eine eigene Regel geschaffen. Der Schiedsrichter wurde der alleinige Leiter des Spiels und die Linienrichter (neu: Schiedsrichterassistenten) ihm unterstellt.
Mit diesen Ausführungen sollte aufgezeigt werden, welcher Wandlung die Stellung des Spielführers einer Mannschaft, des Schiedsrichters und die der Linienrichter (neu: Schiedsrichterassistenten) unterworfen waren.

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